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Musiktheater im Revier erstellt erstmals CO2-Bilanz

Als eines der ersten Opernhäuser in Deutschland hat das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (MiR) eine CO2-Bilanz erstellt. Für die Spielzeit 2019/20 lag der CO2– Fußabdruck bei 1.520 t CO2e.

Die Bilanz wurde mit Unterstützung von Julie’s Bicycle erstellt. Die gemeinnützige Organisation hat in Großbritannien einen CO2-Rechner für Kultureinrichtungen entwickelt, mit dem der CO2-Fußabdruck von Theatern, Opernhäusern, Museen, Festivals und anderen kulturellen Veranstaltungen errechnet werden kann.

Der für das Musiktheater im Revier berechnete CO2-Fußabdruck soll ein erster Schritt zu einer umfassenden Umweltbilanz sein, die neben der Energie- dann auch eine Materialbilanz berücksichtigt. „Mit der Erstellung der CO2-Bilanz haben wir erstmals eine fundierte Grundlage, um darauf aufbauend weitere Maßnahmen zur CO2-Reduzierung ableiten zu können“, erklärt MiR Geschäftsführer Tobias Werner.

Tobias Werner | Foto Sven Pinkall

Für die CO2-Bilanz des MiR wurden umfangreiche Daten der Bereiche Energie, Wasser, Abfall sowie Reisetätigkeiten der Besucherinnen, Gastkünstlerinnen und des eigenen Personals ermittelt und analysiert. Der größte Anteil am CO2-Ausstoss liegt mit über 70% im Bereich Energie. Die Ergebnisse sind durch die Coronapandemie und die temporäre Einstellung des Spielbetriebs positiv beeinflusst worden und mit den Emissionen während des regulären Spielbetriebs nicht vergleichbar. Dennoch zeige sich anhand des Datenmaterials erstmals, wie hoch der CO2-Ausstoss insgesamt sei und welche Anstrengungen zu unternehmen sind, um die nationalen wie internationalen Klimaschutzziele zu erreichen, so Werner weiter.

Ziele

Die europäischen Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, ihre CO2-Emissionen bis ins Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Die Reduktion der CO2-Emissionen ist eine der wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, um dem Klimawandel zu begegnen. Kultureinrichtungen haben an dieser Stelle besondere Möglichkeiten auf die Klimakrise zu reagieren und aufmerksam zu machen. Mit der Teilnahme an gleich mehreren regionalen und überregionalen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit hat sich das MiR nun auch in diesem Bereich der eigenen Corporate Responsibility neue Ziele gesetzt. Das MiR fühlt sich der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit in gleichem Maße verpflichtet. So strebt das Haus vor allem nach einer verantwortungsbewussten Nutzung aller Ressourcen. Das MiR übernimmt Verantwortung für nachfolgende Generationen und unterstützt die europäischen Klimaschutzziele mit einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie, die neben ökologischen auch soziale und ökonomischen Faktoren in den Fokus nimmt.

„Wir befinden uns noch am Anfang unserer Bemühungen. Es ist uns aber wichtig, unseren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele zu leisten. Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, eine Diskussion anregen und mit gutem Beispiel vorangehen“

Tobias Werner, Geschäftsführer Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Klimabilanz im Detail

CO2-Emission MiR 2019/20 
in CO2-Äquivalenten (CO2e)
Strom1.112t CO2e
Dienstreisen und Arbeitswege249t CO2e
Mobilität Publikum94t CO2e
Abfallwirtschaft59t CO2e
Wasser und Abwasser8t CO2e
Fuhrpark7t CO2e
Summe1.530t CO2e
Die Berechnung erfolgte mit dem Creative Green Tool von Julie’s Bicycle