CO₂-Kulturstandard

Der CO₂-Kulturstandard ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen und wurde im Oktober 2023 im Rahmen des 19. Kulturpolitischen Spitzengesprächs eingeführt, um Kultureinrichtungen aller Sparten eine fachlich fundierte und bundesweit einheitliche Grundlage für die CO₂-Bilanzierung zu bieten. Der begleitende CO₂-Kulturrechner ermöglicht zusammen mit der Anleitung eine kostenfreie, niedrigschwellige Anwendung des Standards in der Praxis.

Bundeseinheitlicher Bilanzierungsstandard für Kultureinrichtungen

Kultureinrichtungen stehen vor der praktischen Herausforderung, Bilanzierungsansätze und Systemgrenzen im Einzelfall für ihre Organisation festlegen zu müssen. Sie wünschen sich daher klare Regeln, mit denen sie die Emissionen ihrer Einrichtung mit überschaubarem Ressourceneinsatz bilanzieren können. Bislang individuell erstellte Klimabilanzen im Kulturbereich waren allerdings oftmals sehr zeitaufwändig und insgesamt weder einheitlich noch vergleichbar. Der CO₂-Kulturstandard schafft die Voraussetzung, dass sich zukünftig nicht jede einzelne Kultureinrichtung mit der Frage auseinandersetzen muss, wie die CO₂-Bilanz aufgebaut sein soll, sondern sie erhält die Möglichkeit eines unkomplizierten Einstiegs in die Treibhausgasberechnung.

Der CO2-Kulturstandard ist ein Standard für die Treibhausgasbilanzierung einer Kultureinrichtung im Sinne eines „Corporate Carbon Footprint“. Hierbei werden die Aktivitäten der Kultureinrichtung über den Zeitraum eines Jahres betrachtet. Der Standard ist somit nicht für die spezifische Treibhausgasbilanzierung einmaliger oder wiederkehrender Projekte oder Veranstaltungen im Sinne eines „Product Carbon Footprint“ geeignet.

Expert:innengruppe

Vor diesem Hintergrund hat eine Gruppe von Expert:innen im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in engem Austausch mit den zuständigen Gremien der Kulturministerkonferenz einen CO₂-Bilanzierungsstandard auf Basis des GHG Protocol erarbeitet.

Der Prozess wurde moderiert von Jacob Bilabel (THEMA1 GmbH und Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit) sowie Stephan Schunkert (KlimAktiv gGmbH). Mit diesem Regelwerk können kleine wie große Kultureinrichtungen aller Sparten bundesweit ihre Klimabilanzen nach einheitlichen Vorgaben erstellen.

2025 wurde der Standard in einem breiten Beteiligungsverfahren unter Einbindung der Kulturdachverbände geprüft und aktualisiert. Die Expert:innengruppe kam am 14. Mai 2025 erneut zusammen.

Erweiterung des CO₂-Kulturstandards in der Version 1.1

Die Version 1.1 baut auf den bisherigen Anwendungserfahrungen auf und entwickelt den Standard gezielt weiter. Ziel ist es, die Bilanzierung weiter zu präzisieren und gleichzeitig die bewährte Praktikabilität und Vergleichbarkeit zu erhalten.

Insgesamt sorgen die Erweiterungen für eine genauere, differenziertere und praxisnähere Erfassung von Emissionen im Kulturbereich.

Tools und Download

Das Excel-Tool gibt es für die Bilanzierungsjahr 2022-2025. Ergänzend wurde eine Anleitung zum CO₂-Kulturrechner entwickelt, die die Erstellung des CO₂-Fußabdrucks mit dem Excel-Tool unterstützt und ein Glossar zentraler Begriffe der Treibhausgasbilanzierung für Kultureinrichtungen enthält. Zusätzlich wurden von Baden-Württemberg weitere Analyse- und Hilfstools wie der Zeitreihenvergleich und der DistanzChecker zur großflächigen Erfassung von Entfernungen entwickelt.

Screenshot des Excel Tools

Download des KBK und KBK+ Standards, des CO2 Tools und des Handbuchs hier:

Weitere nützliche Tools wie den neuen Distanzrechner & Zeitreihenvergleich sind hier abrufbar:

Der CO₂-Kulturstandard mit Anleitung und CO₂-Kulturrechner stehen auf den Seiten des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und den Seiten der Kultusministerkonferenz und in der Wissensdatenbank der Green Culture Anlaufstelle zum Download bereit.