Wie können Stadtfeste nachhaltiger und gleichzeitig Verwaltungsprozesse einfacher und praxistauglicher werden? In Regensburg ziehen wir eine Zwischenbilanz aus „Transformery in Residency“ und blicken gemeinsam nach vorn. Mit 4D-Future Mapping, Impulsen und Diskussionen entwickeln wir Ideen für nachhaltige Stadtfeste der Zukunft und zugleich für eine Transformation, die ökologische Ziele, gute Zusammenarbeit und Bürokratieabbau zusammendenkt.
Regensburg zeigt seit Jahren, wie kommunale Nachhaltigkeit erfolgreich umgesetzt werden kann. Mit dem Green Deal bis 2035, der Smart-City-Strategie, der Auszeichnung als Fairtrade-Stadt, einer Zero-Waste-Beauftragten und zahlreichen weiteren Initiativen geht die Stadt weit über gesetzliche Anforderungen hinaus. Gleichzeitig stellen Großveranstaltungen besondere Herausforderungen dar: Wie lassen sich Denkmalschutz, Nachhaltigkeit, Bürgerbeteiligung und die Anforderungen eines lebendigen Stadtfests miteinander verbinden?
Mit „Transformery in Residency“ wird seit dem vergangenen Jahr ein neuer Weg erprobt. Gemeinsam mit Akteur:innen aus Verwaltung, Kultur und Stadtgesellschaft entstehen maßgeschneiderte Strategien für nachhaltige Stadtfeste in Regensburg. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie ökologische Transformation und schlanke, praxistaugliche Verwaltungsprozesse Hand in Hand gehen können. Denn nachhaltige Entwicklung gelingt langfristig nur dann, wenn sie im Arbeitsalltag umsetzbar ist und bürokratische Hürden reduziert, anstatt neue zu schaffen.
Regensburg verfügt über eine lebendige Veranstaltungskultur. Ein besonderes Highlight ist das Regensburger Bürgerfest – eines der größten Stadtfeste Deutschlands mit rund 250.000 Besucher:innen. Entstanden ist es aus einer Bürgerinitiative mit der Vision, die Regensburger Altstadt autofrei und als lebendigen Begegnungsraum zu gestalten. Das Thema „Nachhaltigkeit“ spielt dabei eine immer wichtigere Rolle: Mehrwegsysteme, Müllvermeidung, erneuerbare Energien, die Anreise mit dem ÖPNV und der Umgang mit zunehmender Hitze auf öffentlichen Plätzen werden aktiv angegangen und in der Veranstaltungspraxis verankert.
Eine Zwischenbilanz gibt Einblick in die bisherigen Ergebnisse und zeigt die nächsten Schritte für Regensburg auf. Gleichzeitig lädt die Veranstaltung alle Interessierten dazu ein, selbst aktiv zu werden und gemeinsam Ideen für nachhaltige Stadtfeste der Zukunft zu entwickeln. Dies mit dem Ziel, Nachhaltigkeit wirksam voranzubringen und gleichzeitig Prozesse einfacher, effizienter und kooperativer zu gestalten.
Im Mittelpunkt steht dabei das 4D Future Mapping – ein innovatives, co-kreatives Workshopformat auf Basis des Theory U-Ansatzes von Otto Scharmer (MIT). In einem interaktiven Prozess analysieren die Teilnehmenden bestehende Herausforderungen, entwickeln gemeinsame Zukunftsbilder und erarbeiten konkrete Handlungsansätze für nachhaltige Veranstaltungsformate. Dabei geht es auch darum, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft zu entwickeln, die nachhaltige Veränderungen ermöglichen.
Ergänzt wird das Programm durch einen Impuls von Jacob Sylvester Bilabel (Gründer des Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien) sowie eine Podiumsdiskussion mit Expert:innen aus Kultur, Verwaltung und Praxis. Gemeinsam wird diskutiert, wie nachhaltige Stadtfeste nicht nur ökologisch, sozial und wirtschaftlich zukunftsfähig gestaltet werden können, sondern auch, welche politischen und administrativen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind und wie Bürokratie dort reduziert werden kann, wo sie Innovation und Transformation ausbremst.
Programm am 06.10.26
10.00 Uhr – Begrüßung durch Wolfgang Dersch (Kulturreferent der Stadt Regensburg)
10.15 Uhr – Impuls von Jacob Sylvester Bilabel (Leiter des Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien)
11.00 Uhr – 4-D Future Mapping Workshop (Teil 1)
13.00 Uhr – Pause
14.00 Uhr – 4-D Future Mapping Workshop (Teil 2)
16.00 Uhr – Podiumsdiskussion
17.00 Uhr – Ausklang
Veranstaltungsort: Degginger
Wahlenstraße 17, 93047 Regensburg
*Kleine Änderungen vorbehalten.
Optionales Programm am Vorabend (05.10.26)
18.00 Uhr – Stadtführung durch Regensburg
19.30 Uhr – Gemeinsames Abendessen (auf Selbstzahlerbasis)
*Kleine Änderungen vorbehalten.
Transformery in Regensburg: Johann Basko

Geboren 1990 in Erfurt und aufgewachsen in Weimar, verbindet Johann Basko Expertise aus Sicherheitsmanagement, Kulturwissenschaften sowie Kulturmanagement und Kulturtourismus. Seit 2013 verantwortet er die Gewerkleitung Wastemanagement beim Wacken Open Air und bringt damit langjährige Praxiserfahrung im Veranstaltungsbereich mit. Seit 2023 ist Johann Basko selbstständig mit Schwerpunkt auf sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit im Event- und Kulturbereich tätig. 2024 kam die Qualifikation als Transformationsmanager für nachhaltige Kultur hinzu. Seit 2025 begleitet er im Rahmen von „Transformery in Residency“ den Transformationsprozess in Regensburg.
