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Lernen von der älteren Generation – erstes Klimawandel-Filmfestival in Bangkok

Von Maren Niemeyer, Leiterin des Goethe-Instituts Thailand.

Thailand ist eines von 16 Ländern, die in den kommenden 30 Jahren mit „extremen Risiken“ des Klimawandels konfrontiert sind. Auf dem Weltklima-Risiko-Index rangiert Thailand auf Platz 10. Seit 2010 hat das südostasiatische Land in mindestens neun Provinzen in der heißen Jahreszeit immer höhere Höchsttemperaturen verzeichnet. Gleichzeitig kämpfte Thailand in der jüngsten Vergangenheit mit den schlimmsten Überschwemmungen und schwersten Regenfällen seit Jahrzehnten.

Naturkatastrophen – Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen – bedrohen den Lebensraum von Menschen: Sie bedeuten Verletzte und Tote, Schäden oder Verlust von Häusern und Lebensgrundlagen, Ernteausfälle und wirtschaftliche Notlagen.

Was das für Menschen und Gemeinschaften heißt und wie Lösungen aussehen können, war Thema des CCCL – „Changing Clima, Changing Lives“-Filmfestival Bangkok. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in Thailand gegründet und lud im Herbst 2020 erstmals Filmemacher*Innen und filmbegeisterte Amateure aus Thailand dazu ein, Kurzvideos einzureichen. Partner war unter anderen der öffentlich-rechtliche Sender Thai PBS.

Entstanden sind inspirierende und kreative Geschichten zum Umgang mit dem Klimawandel aus dem ganzen Land. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Dialog der Generationen und der Frage, was wir von älteren Menschen in den thailändischen Dörfern und Gemeinden lernen können? Welche nachhaltigen Traditionen sind in der Neuzeit verloren gegangen und welchen umweltfreundlichen Wissensschatz kann die jüngere Generation im Dialog mit den Großeltern wiederentdecken?

Zum Beispiel ging es dabei um umweltschonende Praktiken für den traditionellen Lebensalltag: Bambuskörbe statt Plastiktüten zu verwenden, die Architektur der tropischen Häuser winddurchlässig zu bauen statt energiefressende Klimaanlagen zu nutzen, für den Erhalt der Wälder alte schützende ethnische Methoden wiederzuentdecken oder wie früher Bananenblätter statt umweltschädigende Materialien als Geschirr herzunehmen.

Das große Interesse an diesem ersten Umwelt-Filmfestival in Bangkok zeigte einmal mehr, wie groß das Interesse an einem Strukturwandel ist.

Über 180 Filme wurden eingereicht,  13 Gewinnerfilme erreichten das Finale. Sie alle erzählen berührende, kreative und überraschende Geschichten über den gemeinsamen Weg zu nachhaltigeren Lösungen für den Umgang mit dem Klimawandel.

Die Preisträgerfilme wurden in Bangkok im Rahmen Filmfestivals gezeigt und sind auf Youtube abrufbar: https://www.youtube.com/channel/UCOXImL6a-S4S7u5tbXb_uHg/videos

Weitere Infos:

Changing Climate, Changing Lives. (climatefilmfestival2020.com)