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News Theater

Theatertreffen startet Pilotprojekt „Forum Ökologische Nachhaltigkeit im Theater“

In Zusammenarbeit mit dem Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit findet im Rahmen des diesjährigen Theatertreffens der Berliner Festspiele das Pilotprojekt „Forum Ökologische Nachhaltigkeit im Theater“ statt.

Das Theatertreffen möchte als Plattform des Dialogs für mehr Nachhaltigkeit in der Theaterbranche fungieren. Durch einen aktiven Aufbau eines langfristigen Netzwerks für Nachhaltigkeitsthemen im Theater soll ein Austausch zwischen verschiedenen Akteur:innen und Institutionen der deutschsprachigen Theaterbranche gefördert werden. So sollen durch den Dialog Strategien und Projekte für eine nachhaltige Kulturproduktion entwickelt und vorhandene Initiativen vernetzt werden.

Die für das diesjährige Theatertreffen nominierten Theaterhäuser und Produktionsteams sind erstmals eingeladen, jeweils bis zu zwei Mitarbeitende als Green Ambassadors (Grüne Botschafter:innen) zur Teilnahme an einem zweiteiligen Veranstaltungsangebot zu entsenden. Das Auftakttreffen findet am 13. April 2021 digital statt, ein weiterführendes Workshop-Programm mit allen Beteiligten ist zu Spielzeitbeginn im Herbst 2021 geplant. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, sich aus unterschiedlichen theaterspezifischen Perspektiven mit den Themen ökologische Nachhaltigkeit und Klimawandel, mit bereits bestehenden Initiativen sowie Ansätzen zur Erarbeitung eigener Nachhaltigkeitsstrategien auseinanderzusetzen.

Das Theatertreffen möchte selbst einen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen leisten. In Vorbereitung auf dieses Projekts ermittelt das Theatertreffen seine eigene CO2-Bilanz anhand der Festivaldaten von 2019 (als analoges Veranstaltungsprogramm) und 2020 (als digitales Verantstaltungprogramm). Im nächsten Schritt werden Ziele und Maßnahmen des Theatertreffens entwickelt, um zukünftig klimabewusster arbeiten und produzieren zu können. Die Ergebnisse der Analyse werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der Website des Theatertreffens veröffentlicht.

„Bereits zum zweiten Mal findet das Theatertreffen digital statt. Auch in dieser Präsentationsform entstehen wesentliche Umweltwirkungen. Mit der Auswertung unserer eigenen Klimabilanz und zusammen mit dem Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien möchten wir erforschen, welche Hebel wir in Zukunft wo ansetzen können. Unser Ziel ist klar: ein maximal bemerkenswertes Festival mit möglichst minimalem CO2-Fußabdruck.“

Yvonne Büdenhölzer, Leiterin Theatertreffen

„Nachhaltiges Theater bedeutet gleichzeitig auch zukunftsfähiges Theater. Die Sehnsucht nach einer schöneren und klimabewussteren Welt kann auf und hinter den Bühnen dieses Landes neu verhandelt werden. Das gemeinsame Projekt mit dem Berliner Theatertreffen baut dazu die ersten Brücken.“

Jacob Sylvester Bilabel, Leiter Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit

Bei weiteren Fragen oder Anregungen des „Forum Ökologische Nachhaltigkeit im Theater“ können Sie gerne eine Mail schreiben.

Pressekontakt Theatertreffen (Sara Franke): presse@berlinerfestspiele.de

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News Theater Workshop

„Klimawerkstatt Theater“ am 12.04. ausgebucht!

Am 12. April findet die Klimawerkstatt Theater statt. Hier dreht sich alles um die ökologische Nachhaltigkeit in der darstellenden Kunst. Zusammen mit unseren Partnern freuen wir uns darauf, Sie zu einem Tag voller Inspirationen, interaktiver Workshops und vielfältigem Austausch zu begrüßen.

Inzwischen haben sich 400 Personen für die digitale Klimawerkstatt Theater am 12.4. angemeldet und damit ist die Werkstatt komplett ausgebucht – wir freuen uns sehr über das große Interesse und nehmen das als gutes Zeichen für die ökologische Nachhaltigkeit in der darstellenden Kunst!
Bis Freitag (09.04.2021) gibt es noch eine Warteliste für ggf. frei werdende Plätze, für die man sich mit dem unten dargestellten Button eintragen lassen kann.

Im Zentrum der Klimawerkstatt stehen ästhetische und strukturelle Fragen nach Erzählungen, Formaten und Produktionsbedingungen der darstellenden Kunst in Zeiten des Klimawandels: Wie kann künstlerische Mobilität und (internationale) Theaterarbeit in Zukunft aussehen? Welche künstlerischen Konzepte gibt es? Was sind die relevanten betriebsökologischen Hebel im Theater? Was bedeutet Nachhaltigkeit im ganzheitlichen Sinne für den Kulturbereich?

Die Klimawerkstatt nähert sich diesen komplexen Fragestellungen in unterschiedlichen Formaten: Am Vormittag bietet sie eine Plattform zur Vernetzung und themenoffenen Selbstverständigung. Nachmittags geht es in Diskussionen und Workshops um konkretes Handlungswissen für die Theaterpraxis.

Die Klimawerkstatt Theater richtet sich spartenübergreifend an alle Akteurinnen und Akteure der deutschen Theaterlandschaft sowie eine interessierte Fachöffentlichkeit. Die Anmeldung ist bis zum 8. April möglich. Die Workshops stehen grundsätzlich allen Theaterschaffenden unabhängig von ihren freien oder institutionellen Arbeitskontexten offen (Durchmischung erwünscht!), sie sind jedoch in den Teilnehmerzahlen begrenzt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Einzelne Workshopteile werden aufgezeichnet und stehen allen Teilnehmenden der Klimawerkstatt im Nachgang als Video-on-Demand zur Verfügung.

Das zusammengefasste finale Programm sieht wie folgt aus:

Programm
UhrzeitÜberschriftSprecher:in
Ab 9:00Ankommen, orientieren, ausprobieren~
10:00BegrüßungKulturstiftung des Bundes
10:15BämBäm … aufgewacht!Nicola Bramkamp, Sebastian Brünger,
Lynn Takeo Musiol,
Christian Tschirner
u.v.m.
11:00 – 13:00Offene Klimawerkstatt – Plattform für Austausch und VernetzungModeration:
Johanna Götz,
Axel Watzke (studiovortort)
13:00 – 14:00Mittagspause
/
KSB-Beratung
(Doppelpass, Tanzland, Jupiter)
~
13:30 – 17:00Verschiedene Workshops(s. Tabelle unten)
14:00 – 14:50The Theatre Green Book: developing a common strategy for sustainable practiceCarmen Hornbostel
(NT Gent)
Paddy Dillon
(Green Book Coordinator)
15:00 – 15:50Fair & sustainable collaborationsYasmine Ostendorf
(Green Art Lab Alliance)
Mike van Graan (Sustaining Theatre and Dance (STAND) Foundation, South Africa)
Anne Fleckstein (Kulturstiftung des Bundes, Fonds TURN)
16:00 – 16:50Artistic practice and solidarity in the climate crisisLázaro Gabino Rodríguez
(Largatijas Tiradas al Sol)
Caroline Berneaud (Théâtre Vidy)
Aljoscha Begrich (Ruhrtriennale)
17:00 – 17:30Abschluss / Zusammenfassung~
Workshops
UhrzeitÜberschriftPartnerBetreuer:in
14:00 – 17:00#1: Klimaschutz kommt von innen – Transformation von Organisationen~Johanna Götz
Axel Watzke (studiovorort)
13:30 – 17:00#2: Erste Schritte zum Klimaschutz im TheaterbetriebAktionsnetzw. Nachhaltigkeit Kultur und MedienJacob Bilabel (Aktionsnetzw.
Nachhaltigkeit in Kultur und Medien)
Sabine Jellinghaus & Maximillian Kromer (EnergieAgentur.
NRW)
14:30 – 17:00#3: The Stories of the Climate CrisisAG Klima / dramaturgische gesellschaftChantal Bilodeau (playwright, artistic director of The Arctic Cycle, New York)
Natalie Driemeyer (Hans Otto Theater Potsdam)
14:00 – 16:30Kulturpolitik als Klimapolitik? Schnittstellen zwischen Theatern, Politik und VerwaltungDeutsche BühnenvereinDr. Hildegard Kaluza (Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW)
Annekatrin Klepsch
(2. Bürgermeisterin der Stadt Dresden, Beigeordnete für Kultur und Tourismus)
Achim Könneke (berufsmäßiger Stadtrat, Leiter des Referats für Kultur und Tourismus der Stadt Würzburg) Moderation:
Marc Grandmontagne (Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins)
14:00 – 16:30Nachhaltigkeit on tour – Theater unterwegs mit dem Tech Eco RiderBundesverband Freie Darstellende KünsteKatia Münstermann (Bundesverband Freie Darstellende Künste)
Franziska Pierwoss
(freie Künstlerin)
14:00 – 16:00Von der Theaterlatte zur modernen HaustechnikDeutsche Theatertechnische GesellschaftWesko Rohde (DTHG)
Hans Joachim Rau (Technischer Direktor Schauspielhaus Düsseldorf; DTHG)
14:00 – 17:00Klimaschutz im Kontext der 17 Ziele~Dr. Annett Baumast (baumast. kultur & nachhaltigkeit)
Nicola Bramkamp (Künstlerische Leiterin SAVE THE WORLD)

Die Klimawerkstatt Theater ist eine Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes / Fonds Doppelpass in Kooperation mit dem Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien, der AG Klima / dramaturgische gesellschaft, dem Deutschen Bühnenverein, dem Bundesverband Freie Darstellende Künste und der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft.

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CO2 Bilanz News Theater

Musiktheater im Revier erstellt erstmals CO2-Bilanz

Als eines der ersten Opernhäuser in Deutschland hat das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (MiR) eine CO2-Bilanz erstellt. Für die Spielzeit 2019/20 lag der CO2– Fußabdruck bei 1.520 t CO2e.

Die Bilanz wurde mit Unterstützung von Julie’s Bicycle erstellt. Die gemeinnützige Organisation hat in Großbritannien einen CO2-Rechner für Kultureinrichtungen entwickelt, mit dem der CO2-Fußabdruck von Theatern, Opernhäusern, Museen, Festivals und anderen kulturellen Veranstaltungen errechnet werden kann.

Der für das Musiktheater im Revier berechnete CO2-Fußabdruck soll ein erster Schritt zu einer umfassenden Umweltbilanz sein, die neben der Energie- dann auch eine Materialbilanz berücksichtigt. „Mit der Erstellung der CO2-Bilanz haben wir erstmals eine fundierte Grundlage, um darauf aufbauend weitere Maßnahmen zur CO2-Reduzierung ableiten zu können“, erklärt MiR Geschäftsführer Tobias Werner.

Tobias Werner | Foto Sven Pinkall

Für die CO2-Bilanz des MiR wurden umfangreiche Daten der Bereiche Energie, Wasser, Abfall sowie Reisetätigkeiten der Besucherinnen, Gastkünstlerinnen und des eigenen Personals ermittelt und analysiert. Der größte Anteil am CO2-Ausstoss liegt mit über 70% im Bereich Energie. Die Ergebnisse sind durch die Coronapandemie und die temporäre Einstellung des Spielbetriebs positiv beeinflusst worden und mit den Emissionen während des regulären Spielbetriebs nicht vergleichbar. Dennoch zeige sich anhand des Datenmaterials erstmals, wie hoch der CO2-Ausstoss insgesamt sei und welche Anstrengungen zu unternehmen sind, um die nationalen wie internationalen Klimaschutzziele zu erreichen, so Werner weiter.

Ziele

Die europäischen Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, ihre CO2-Emissionen bis ins Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Die Reduktion der CO2-Emissionen ist eine der wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, um dem Klimawandel zu begegnen. Kultureinrichtungen haben an dieser Stelle besondere Möglichkeiten auf die Klimakrise zu reagieren und aufmerksam zu machen. Mit der Teilnahme an gleich mehreren regionalen und überregionalen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit hat sich das MiR nun auch in diesem Bereich der eigenen Corporate Responsibility neue Ziele gesetzt. Das MiR fühlt sich der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit in gleichem Maße verpflichtet. So strebt das Haus vor allem nach einer verantwortungsbewussten Nutzung aller Ressourcen. Das MiR übernimmt Verantwortung für nachfolgende Generationen und unterstützt die europäischen Klimaschutzziele mit einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie, die neben ökologischen auch soziale und ökonomischen Faktoren in den Fokus nimmt.

„Wir befinden uns noch am Anfang unserer Bemühungen. Es ist uns aber wichtig, unseren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele zu leisten. Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, eine Diskussion anregen und mit gutem Beispiel vorangehen“

Tobias Werner, Geschäftsführer Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Klimabilanz im Detail

CO2-Emission MiR 2019/20 
in CO2-Äquivalenten (CO2e)
Strom1.112t CO2e
Dienstreisen und Arbeitswege249t CO2e
Mobilität Publikum94t CO2e
Abfallwirtschaft59t CO2e
Wasser und Abwasser8t CO2e
Fuhrpark7t CO2e
Summe1.530t CO2e
Die Berechnung erfolgte mit dem Creative Green Tool von Julie’s Bicycle
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News Orchester Partner Theater

Das Beethoven Orchester Bonn ist 
„United Nations Climate Change Goodwill Ambassador“

Das UN-Klimasekretariat ernennt das Beethoven Orchester Bonn zum
„United Nations Climate Change Goodwill Ambassador“

Am Samstag, 27. Februar 2021, hat Patricia Espinosa, Executive Secretary of the Secretariat of the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), in der Konzernzentrale der Deutschen Telekom AG in Bonn in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Generalmusikdirektor der Stadt Bonn, Dirk Kaftan, das Beethoven Orchester Bonn (BOB) zum „United Nations Climate Change Goodwill Ambassador“ ernannt.
„Die Arbeit des Beethoven Orchesters Bonn ist ein Zeugnis für die Kraft der Musik, Barrieren zu überwinden und Brücken zwischen Gemeinschaften zu bauen“, sagte Patricia Espinosa, Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats. „Ich freue mich, dass das Orchester zugesagt hat, uns bei unserer Arbeit für eine friedlichere, inklusivere und geeinte Welt zu unterstützen.“
Die Urkundenübergabe geschah am Rande einer Aufzeichnung von Beethovens 6. Sinfonie, der sogenannten „Pastorale“. Das Konzert aus der Reihe Beethoven Pur wird am 29.3.2021 um 20.15 Uhr beim Sender #dabeiTV auf MagentaTV ausgestrahlt. Die Sinfonie gilt als Ausdruck der Naturliebe Beethovens: Lob der Schöpfung und gleichzeitig Aufruf, sie zu wahren und zu schützen.
Die Reihe Beethoven Pur wird unterstützt durch die Deutsche Telekom AG. Sämtliche Konzerte wurden in der Zentrale des Telekommunikationskonzerns eingespielt. Die ersten drei Sinfonien konnten im Herbst 2020 Corona-konform noch vor Publikum gespielt und aufgezeichnet werden. Die finale 9. Sinfonie wird am 17. April live ausgestrahlt.

Das Beethoven Orchester Bonn (BOB) sieht in der Auszeichnung die Chance, Verantwortung für die Agenda 2030 der Vereinten Nationen, mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung zur Förderung des Friedens und zum Schutz unseres Planeten, zu übernehmen. „Wir verstehen Musik als unverzichtbaren Teil unseres Lebens. Musik hat auch die Kraft, Zukunft mit zu gestalten: menschenwürdig, die Ziele der Vereinten Nationen als Wegweiser im Blick,“ meint Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor (GMD) des BOB. Ein Schritt in Richtung globale Verantwortung wurde bereits 2018 unter anderem mit dem Projekt „Beethoven Moves“ gemacht, in dem das BOB gemeinsam mit der Don Bosco Mission Bonn Straßenkinder in Medellín unterstützt.

„Wir als Stadt Bonn freuen uns außerordentlich darüber, dass das UN-Klimasekretariat das Beethoven Orchester Bonn zum United Nations Climate Change Goodwill Ambassador ernannt hat. In Zeiten, in denen die Klimakrise ungebremst voranschreitet, kommt es darauf an, Verantwortung zu übernehmen, um die Umwelt für ein gemeinsames Leben auf diesem Planeten zu schützen. Daher bin ich besonders froh, dass Dirk Kaftan zusammen mit der UNFCCC die Initiative ergriffen hat, um die Bedeutung des Klimaschutzes für die Welt hervorzuheben.“

Katja Dörner, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn

Dass es für ein Orchester eine nicht einfache Aufgabe ist, ‚Klimabotschafter‘ zu sein, weiß auch GMD Dirk Kaftan. Er geht allerdings mit gutem Beispiel voran und radelt beinahe täglich aus dem Drachenfelser Ländchen zur Arbeit ins Brückenforum oder in die Bonner Oper.
Viele unterschiedliche Gedanken zu Projekten wie die Unterstützung von Eben!Holz e. V., bei dem es auf Madagaskar um die Aufforstung von exotischen Hölzern geht, die im Musikinstrumentenbau benötigt werden, die intensivere Förderung des ÖPNV und des Fahrradverkehrs für und durch die Konzertbesucher und die Nutzung von nachhaltigen und fair-gehandelten Produkten werden zurzeit vom Orchester geprüft bzw. sind geplant. Eine jährlich stattfindende Benefiz-Umweltgala am World-Earth-Day (5.6.) in Bonn, ‚Benefiz-Radeln‘ nach dem Vorbild eines Sponsorenlaufs sowie die im Orchester und Publikum breitgefächerte Anwendung der ‚UN Act-now-App‘ sind weitere Überlegungen. Das BOB ist bereits Mitglied im „Orchester des Wandels Deutschland e. V.“, um gemeinsam mit anderen Orchestern einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. Der Verein wurde im Juni 2020 gegründet und fördert mit regelmäßigen Benefizkonzerten zahlreiche Projekte zum Klima- und Naturschutz – regional und international.

„Man kann die Welt nur verändern, wenn man bereit ist, sich selbst zu verändern. Deshalb werden wir versuchen, mit verschiedenen Initiativen die Herzen der Menschen mit unseren Ideen zu erreichen. Da ich mit großer Sorge die weltweite klimatische Entwicklung beobachte, bedeutet es mir persönlich sehr viel, mit unserem Orchester United Nations Climate Change Goodwill Ambassador zu sein. Wir müssen versuchen, den Klimawandel zu stoppen, und ich bin mir sicher: Musik kann dabei helfen.“

Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor, Beethoven Orchester Bonn

Zentraler Gedanke des Orchesters ist es, Konzertbesucher und Liebhaber der Musik individuell auf ihre Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die Umwelt und die Welt zu verbessern und zu schonen.
Sport- und Kulturdezernentin Dr. Birgit Schneider-Bönninger sieht in der Botschafterrolle eine wichtige Weichenstellung für eine klimagerechte Kulturpolitik:

„Die Bundesstadt Bonn ist als erste Kommune Partner im Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien (ANKM), gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Vor Ort möchten wir eine gemeinsame Verantwortung für Nachhaltigkeit mobilisieren und das emanzipatorische Potenzial der Künste ausschöpfen – für die Gestaltung einer solidarischen und klimaneutralen Gesellschaft. Als UN-Botschafter kann das Beethoven Orchester Bonn den gesellschaftsökologischen Wandel vorantreiben und dazu ermuntern, die Welt zu verändern.“

Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Sport- und Kulturdezernentin der Bundesstadt Bonn

„Herzlichen Glückwunsch dem Beethoven Orchester Bonn und Dirk Kaftan für die Ernennung zum „Goodwill Ambassador“ der UNFCCC. Diese Auszeichnung lässt die UN und die Bonner Kultur näher zusammenrücken. Auch das Theater Bonn arbeitet intensiv mit dem Beethoven Orchester Bonn und der UN an weiterführenden Kooperationsmöglichkeiten und wir freuen uns, das Ergebnis in wenigen Wochen bekannt geben zu können,“

Dr. Bernhard Helmich, Generalintendant, Theater Bonn


Weitere Informationen unter: https://unfccc.int oder www.beethoven-orchester.de

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Museum News Partner Theater

Culture for Future! – Pilotprojekt in der Landeshauptstadt Dresden


Die Dresdner Kulturverwaltung hat gemeinsam mit Kultureinrichtungen Nachhaltigkeit als Schwerpunktanliegen in die Kulturentwicklungsplanung eingeschrieben und kulturpolitisch mit einem Stadtratsbeschluss im Dezember 2020 fixiert. In den kommenden Jahren sollen alle Dresdner Kultureinrichtungen über eine erfolgreich implementierte Nachhaltigkeitsstrategie verfügen, so die Vision. Diese impliziert einrichtungsspezifische Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz, etwa die ressourcenschonende Produktion oder der Einsatz umweltfreundlicher Energien und Technologien sowie Wirkungskreise der sozialen Nachhaltigkeit, bspw. Gleichstellung, Inklusion und Diversität. Darüber hinaus wirken die Kultureinrichtungen nachhaltig in die Dresdner Stadtgesellschaft, zum Beispiel durch umfassende, auf die Lebenssituationen der Bewohner:innen abgestimmte bzw. sozialräumliche Vermittlungsangebote sowie durch vielfältige und qualitativ hochwertige künstlerische Programme. Den Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategien bilden die 17 „Sustainable Development Goals“ (SDG) der Vereinten Nationen.
Nachhaltigkeit wird in der Dresdner Kulturverwaltung als normatives Handlungsleitbild aus globaler Perspektive und als Querschnittsherausforderung im lokalen Handeln gesehen, welche den Prinzipien der inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit folgt, die Nachhaltigkeitsdimensionen „Ökologie“, „Ökonomie“ und „Soziales“ ganzheitlich und integrativ betrachtet, präventiv und langzeitorientiert angelegt ist und die Verknüpfung von globalen und lokalen Entwicklungen anstrebt.


Im Mai 2020 initiierte das Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden mit einem digitalen Symposium zum Thema „Nachhaltigkeit in Kunst und Kultur“ den Auftakt für die Umsetzung dieser Vision.
Seit Januar 2021 läuft ein durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung geförderter Transformationsprozess, in welchem die Kulturverwaltung Dresden gemeinsam mit fünf großen und bekannten Dresdner Kulturinstitutionen (ein Orchester, ein Museum, eine Bibliothek, ein Theater und ein Festival) und in Zusammenarbeit mit externen Partnern aus dem Bereich Umweltmanagement Nachhaltigkeitsstrategien sowie konkrete Maßnahmen für den Kulturbereich entwickeln.
„Culture for Future“ ist daher eine Zielstellung, die gerade vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlichen Erkenntnisse, der Notwendigkeit zum Umdenken und nicht zuletzt durch den Veränderungswillen vieler Menschen unabdingbar ist. Das Projekt soll herausarbeiten, welche zukunftsfähigen Konzepte und welche konkreten Maßnahmen erforderlich sind, um Kunst und Kultur in Dresden nachhaltig aufzustellen und durch künstlerische Prozesse wesentliche Narrative für ein gutes Leben identifzieren. Dafür ist die Transformation der vorhandenen Strukturen und das Nachdenken über eine neue Kultur (insbesondere nach der Krise) die wesentliche Triebfeder für die Arbeit in der Dresdner Kulturverwaltung in gemeinsamer Gestaltung mit den Kultureinrichtungen.
Weitere Informationen unter: Kultur und Nachhaltigkeit (dresden.de)

„Salvador Dali soll einmal gesagt haben: Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft. Das ist ein kluger Gedanke, weil er drei Zeitformen ineinander verschränkt: Die Gegenwart ist voll von Erinnerungen und geht schwanger mit dem Zukünftigen. Gerade durch meine Erinnerung, also das, was ich in der Vergangenheit erfahren und bewertet habe, kann ich Zukünftiges denken und habe so die Möglichkeit, mich besser in der Gegenwart zu orientieren, um Entscheidungen zu treffen. Wenn wir uns als Gesellschaft darauf besinnen, dann bin ich mir sicher, dass wir jetzt nachhaltige Grundlagen für ein gutes Leben in Zukunft gestalten können.“

Juliane Moschell, Abteilungsleiterin Kunst und Kultur in der Landeshauptstadt Dresden
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News Theater

Theater und Nachhaltigkeit – Wie kann das Theater dazu beitragen, die Klimakatastrophe abzuwenden?

Jacob Sylvester Bilabel, Leiter des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit im Interview mit dem Autor Falk Schreiber der Online Plattform Nachtkritik.de , dem wichtigsten unabhängigen und überregionalen Theaterfeuilleton im Internet. Ganzer Artikel hier.

Nachhaltigkeit kann Spass machen.

(Textauszüge aus dem Beitrag) „Die Herausforderung im Kern: wie kommen wir aus der Verzichtsdebatte in Richtung einer lustvollen Sehnsucht nach zukunftsfähiger Innovation?: „Aber wie macht man dieses Thema sichtbar? Theater denken auf den Effekt hin, und der Einbau einer emissionsarmen Lüftungsanlage nimmt sich aus Theatersicht ästhetisch schmalspuriger aus als der öffentlichkeitswirksame Verzicht aufs Fliegen…“

Klimakiller Fliegen

„Viele Theater haben erstmal den Reflex, dass sie sich um das kümmern, was auf den ersten Blick am schlimmsten aussieht“, meint Bilabel – und am schlimmsten sieht eine ungehemmte Reisetätigkeit aus. „Fliegen ist aber nicht immer das größte Problem.“

Flugscham allein reicht nicht © Fridays For Future

Die unsexy Lösung

„Ganz ohne Symbolproduktion wird das nicht gelingen. Der Wechsel des Stromanbieters ist nicht gerade ein sexy Thema, und die mangelnde Sexyness dieses Themas wird im Übergangsfeld zwischen Theaterbetrieb und Kunstproduktion spürbar: Betriebswirtinnen und Technikerinnen sehen das Problem und wissen, wie man es innerhalb der Betriebsökologie anpacken kann, Künstler:innen sehen zwar das Problem ebenfalls, interessieren sich aber in der Regel kaum für Betriebsökologie. Zwar ist man sich am Theater darüber im Klaren, dass die Klimakatastrophe auf den Nägeln brennt. Aber wie macht man dieses Thema sichtbar? Theater denken auf den Effekt hin, und der Einbau einer emissionsarmen Lüftungsanlage nimmt sich aus Theatersicht ästhetisch schmalspuriger aus als der öffentlichkeitswirksame Verzicht aufs Fliegen. Bilabels Job ist nicht zuletzt, klarzustellen, dass aus Klimasicht die unspektakuläre, unsexy, womöglich sogar untheatralische Lösung am besten zum Ziel führt.“

Ganzer Artikel hier.

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News Theater

Diskussion: Theater klimaneutral?

Am Dienstag, den 19.1.2021 richtet die gemeinnützige Körber -Stiftung in Kooperation mit dem online Theaterfeuilleton nachtkritik.de eine Diskussionsrunde zum Thema klimaneutrales Theater aus.

Die Debatte zum Klimawandel wird auch in den Theatern künstlerisch reflektiert. Hier werden wichtige Impulse gesetzt, die im gesellschaftlichen Diskurs sensibilisieren. Aber wie steht es um die eigene Klimabilanz der Stadt- und Staatstheater? Die Kulturstiftung des Bundes fördert in einem Pilotprojekt die CO2-Bilanzierung ausgewählter Kultureinrichtungen. Wie weitreichend sind solche Initiativen? Fehlt es möglicherweise an Geld, Verantwortungsbewusstsein oder Expertise? Und wie steht das Konzept der Nachhaltigkeit zur Kunstfreiheit? Entstehen hier Widersprüche, oder verlangt es bloß einen Schub an Phantasie, um alte Routinen zu verabschieden?

Diskussion Theater Klimaneutral?

Dienstag, 19.01.2021 | 19.00 Uhr.
Eine Diskussion mit:

Hier weitere Informationen und Anmeldung .

Diese Veranstaltung wird ausschließlich digital im Livestream angeboten.

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Energieeffizienz News Theater

Nachhaltige Sanierung des Schauspiels Leipzig

Das Schauspiel Leipzig ist das größte Theater in Leipzig und blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Der Gebäudekomplex des Schauspiel Leipzig befindet sich an markanter Stelle nahe der Innenstadt und steht im Außen- und im Innenbereich unter Denkmalschutz.

Das Schauspiel Leipzig bespielt mit Hauptbühne und Nebenbühnen im Gebäude ca. 1.000 Zuschauerplätze. Dabei verbrauchte das Gebäude im Durchschnitt der letzten drei Jahre jährlich ca. 720 Megawattstunden Strom und 1.300 Megawattstunden Fernwärme.

Im Rahmen einer vom Bund geförderten Energieberatung für kommunale Nichtwohngebäude wurde das Schauspiel 2018 einer umfassenden energetischen Analyse unterzogen. Gebäudehülle, Anlagentechnik einschließlich der Bühnentechnik und die Nutzungsgewohnheiten wurden dabei detailliert untersucht und Maßnahmen zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle und der Anlagen entwickelt.

Die Energieberatung erbrachte im Ergebnis ein Maßnahmenpaket mit einer Investitionssumme von ca. 1,7 Mio. €. Für die finanzielle Unterstützung der Umsetzung wurde von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) über das Europäische Förderprogramm RL Klima/2014 ein Zuschuss von 45%, das entspricht einer Fördersumme von ca. 800.000 € bewilligt.

Seit 2019 läuft ein dreijähriger Umsetzungszeitraum. Inzwischen wurden Bereiche der rückseitigen Fassade saniert und gedämmt, eine neue effiziente Kälteerzeugung installiert, große Bereiche der Beleuchtung auf LED-Technik umgerüstet,
die Bühnenbeleuchtung auf LED umgestellt und die Lüftungsanlagen optimiert. Im Jahr 2021 wird nun auch das Wahrzeichen des Gebäudes, der Bühnenturm, denkmalgerecht saniert und gedämmt. Insgesamt erreicht das Schauspiel nach Umsetzung
der Maßnahmen eine jährliche Energieeinsparung von 30% und eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 325 Tonnen.