ARD

Die ARD wurde 1950 gegründet. Heute besteht der Medienverbund aus neun selbstständigen, staatsunabhängigen Landesrundfunkanstalten, die – jede für sich und gemeinsam – ein vielfältiges Medienangebot in Fernsehen, Hörfunk und Online für die Menschen in Deutschland herstellen. Zehntes Mitglied der ARD ist der aus Steuermitteln finanzierte Auslandssender Deutsche Welle. Mitglieder der ARD sind: Bayerischer Rundfunk (BR), Hessischer Rundfunk (HR), Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Norddeutscher Rundfunk (NDR), Radio Bremen, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Saarländischer Rundfunk (SR), Südwestrundfunk (SWR), Westdeutscher Rundfunk (WDR) und die Deutsche Welle (DW).

Als gemeinwohlorientierte Anstalten des öffentlichen Rechts sehen sich die Rundfunkanstalten der ARD zu nachhaltigem Handeln in besonderem Maße verpflichtet. Als Medienunternehmen sind sie in zweierlei Hinsicht gefordert: Zum einen obliegt Ihnen die Aufgabe, ihr Publikum inhaltlich über das Themenfeld „Nachhaltigkeit“ zu informieren, aufzuklären und den gesellschaftlichen Diskurs über verschiedene Lösungsansätze ausgewogen und vielfältig abzubilden. Zum anderen sind die Rundfunkanstalten in ihrer Rolle als Unternehmen und Arbeitgeber auch darum bemüht, ihr eigenes Handeln noch nachhaltiger zu gestalten. Dies reicht von der Weiterentwicklung „grüner“ Produktionsmethoden über die Reduzierung von Emissionen im Allgemeinen bis hin zu sozialen Aspekten wie etwa der Herstellung von Chancengerechtigkeit in den Betrieben. 

Im November 2020 haben die neun Landesrundfunkanstalten der ARD sowie die Deutsche Welle mit ihrem ersten gemeinsamen Nachhaltigkeitsbericht eine umfassende Bestandsaufnahme ihres Engagements für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit vorgelegt (www.ard.de/nachhaltigkeit). Der Medienverbund wird sein Engagement in diesem Bereich sukzessive weiter ausbauen. 

Projekte

Förderung nachhaltiger Produktionsmethoden

Gemeinsam mit weiteren Akteuren aus dem Bereich der Film- und Fernsehproduktion beteiligt sich die ARD an der Entwicklung ökologischer Mindeststandards bei der Herstellung von Medieninhalten. Als Mitglied des Arbeitskreises „Green Shooting“ der MFG Baden Württemberg hat sie maßgeblich an einem Kriterienkatalog für „Green Shooting“ mitgewirkt. 2021 hat der Medienverbund zudem schon zum zweiten Mal an der Initiative „100 Grüne Produktionen“ teilgenommen und hierbei einen Großteil der Produktionen beigesteuert. Auch im Bereich der Eigenproduktionen – von der Studioproduktion bis zur Außenübertragung – laufen verschiedene Pilotprojekte für nachhaltigeres Produzieren. Mithilfe der hierbei gemachten Erfahrungen sollen klimafreundliche Produktionsmethoden insgesamt sukzessive ausgebaut und perspektivisch als regulärer Standard etabliert werden. 

Programmangebote zu Klima und Umwelt

Als öffentlich-rechtliche Medienunternehmen sehen es die Mitglieder der ARD als ihre besondere Verantwortung, unabhängig und ausgewogen über Umwelt- und Klimathemen zu berichten und den gesellschaftlichen Diskurs hierüber wahrhaftig abzubilden. Sie tun dies in der regulären Berichterstattung sowie über zahlreiche Formate, die sich im Speziellen mit Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit beschäftigen: Von Sendungen im linearen Fernsehen und Hörfunk (z. B. „Axel Wagner und die Klimakrise“ vom SWR) über Podcasts (z. B. „Klimazentrale“ vom SWR, „Klimagespräche“ vom NDR „Nachhaltig im Alltag“ vom BR, „Grünphase“ von funk) und Web-Formaten („Planet B“ vom BR) bis hin zu E-Mail-Newslettern („MDR Klima-Update“). Hinzu kommen Programmschwerpunkte wie beispielsweise die ARD-Themenwoche (2020 zum Thema „Wie wollen wir leben?“) oder Themen-Specials in den Dritten (z. B. „Thementag Klimawandel“ vom WDR im Februar 2021). Erwähnenswert ist u. a. auch die ARD-Klimakarte, welche die langfristigen Entwicklungen von Temperatur und Niederschlag auf einer interaktiven Website darstellen.

Klassik trifft Klima – ein Konzert gegen den Klimawandel

Kann man den Klimawandel hörbar machen? Dieser spannenden Frage sind Musiker:innen des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter der Leitung von Chefdirigent Alan Gilbert zusammen mit verschiedenen Partner*innen auf den Grund gegangen. Unter dem Titel „For Seasons“ ließen sie im November 2019 im Rahmen einer ehrenamtlichen Initiative Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ in einer bisher ungehörten Form auf der Bühne der Hamburger Elbphilharmonie erklingen. Die Idee: Ein Algorithmus, basierend auf wissenschaftlichen Daten von Forschungsinstituten, Umweltagenturen und Universitäten, wurde auf die Originalpartitur von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ übertragen. Die Entwicklung des Klimas – die steigende globale Temperatur, Häufigkeit von Wetterextremen – oder das Artensterben von Vögeln und Insekten nehmen somit Einfluss auf die Partitur. Wie das genau funktioniert? Ein Beispiel: Heute zwitschern etwa 15 Prozent weniger Vögel in den Bäumen als zu Zeiten des Komponisten Vivaldi. Entsprechend löschte der Algorithmus 15 Prozent der Vogelmotive in der Partitur. Auch die Längen der meteorologischen Jahreszeiten wurden den aktuellen Gegebenheiten angepasst: Der Frühling, der erste Satz, ist nun 15 Takte länger, der Winter ist am Ende „abgeschnitten“. Das Konzert gegen den Klimawandel im November 2019 wurde online übertragen und millionenfach abgerufen. 

Nachhaltigkeitsmanagement in der ARD 

Neben der nachhaltigen Medienproduktion nimmt die ARD zunehmend auch andere Arbeitsbereiche in den Blick, um ihr Handeln umwelt- und ressourcenschonender zu gestalten. Im Nachgang des ersten ARD-Nachhaltigkeitsbericht wurde eine häuser- und bereichsübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, die sich neben der Medienproduktion auch mit ökologischen Aspekten der Verbreitung von Medieninhalten, dem Gebäudemanagement, nachhaltigen Events und „Green IT“ befasst und diese Themen für den gesamten Medienverbund vorantreibt. Übergeordnetes Ziel ist auch hier die Reduzierung bzw. Vermeidung von Umweltschäden durch gezieltes Nachhaltigkeitsmanagement. Zentrale Projekte für die nahe Zukunft sind unter anderem die Erstellung einer Klimabilanz für den ARD-Medienverbund sowie eine Wesentlichkeitsanalyse, bei der die wesentlichen Einflussfaktoren des ARD auf die Umwelt – positiv wie negativ – identifiziert werden sollen.

© ARD / Annette Koroll

„Als gemeinwohlorientierte Institution wird uns die Weiterentwicklung unseres Engagements für mehr Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren maßgeblich beschäftigen – von grünen Produktionsmethoden über spezielle Programmformate des Klimajournalismus bis hin zum Energieverbrauch an unseren Standorten. Denn ’nachhaltig‘ geht nur nachhaltig.“

Dr. Susanne Pfab, ARD-Generalsekretärin